Eröffnung THEFABRIC,15. Juni 2012

ERÖFFNUNG  ab 19 Uhr *** Performances, Experimental-Musik, vegane Leckereien

Filigrane Couture wird unter Feuchtigkeitseinwirkung aufgelöst – inszeniert von Julia Riederer (jilojinx Art-Fashion/Wien) und Susanne Steinmaßl (zoo.pks/ München). Der Schnelllebigkeit und Vergänglichkeit ihrer Couture begegnen die beiden Künstlerinnen an anderer Stelle mit Produktionsstress. An einer Werkstätte, die auf einen nackten Stuhl mit Handarbeitsutensilien reduziert ist, wird am sprichwörtlichen „roten Faden“ gearbeitet. Dieser soll im Zuge des Ausstellungsprojekts bis in den Stadtraum hinauswachsen. Die Besucher_Innen können sich die karge Produktionsstätte aneignen und haben die Aufgabe, bei Schichtwechsel für eine Ablösung zu sorgen, um die Produktion permanent am Laufen zu halten. Weiterlesen

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Dorothea Hugle & Naomi Lawrence

Superwoman
Wie würde Superwoman aussehen und welche Fähigkeiten hätte sie, wenn sie nicht aus den Hirnen weißer, US-amerikanischer Männer entspringen würde, sondern junge Frauen mit Migrations-/Fluchthintergrund  aus unterschiedlichsten Ländern sie kreieren?

Eine mögliche Antwort darauf hat das Kunstprojekt Superwoman, eine Zusammenarbeit  der Künstlerin Naomi Lawrence und der Modemacherin und Sozialpädagogin Dorothea Hugle. Gemeinsam mit der Nähgruppe FadenLauf entstand eine 3 Meter große, zweidimensionale Superwoman, die so gar nicht den Stereotypen bekannter Superheldinnen entspricht.

Im Verlauf der Ausstellung wandert sie gerne mal von einem Ort zum anderen und positioniert sich dabei ganz unterschiedlich: Mal hängt sie von der Decke, mal ist sie ‚geknickt‘ – halb an der Wand und halb auf dem Boden. Mal führt sie wie ein Läufer die Treppen hinab oder lädt als riesige Picknickdecke dazu ein sich auf ihr nieder zu lassen. Manchmal sind ein paar Requisiten dabei, die das Thema brechen. Superwoman hängt dann vielleicht über einem Bügelbrett oder von einer Wäscheleine.

Wir wollen Bilder entstehen lassen, die das Spannungsfeld zwischen Idealen und Visionen einerseits und der banalen Realität andererseits erlebbar machen. Geplant ist hierzu ein Fotoshooting ‚Superwoman und ich’. Hier  könnten Frauen wie Männer versuchen ihr Verhältnis zu Superwoman in Szene zu setzen. Auf Superwoman sitzend könnten Diskussionen und Kreativ-Workshops stattfinden. Wie wäre es mit einem kleine Comiczeichnen-Workshop oder einer Gender-Debatte? Superwoman lädt ein, eine Vielzahl von Möglichkeiten auszutesten!

Einen kleinen Vorgeschmack auf Superwoman gibt es im Katalog von ‚The Fabric‘.

Julia Riederer

No longer – not yet
ist ein textiles Kunstwerk, das in jedem Zustand abgeschlossen und zugleich nie fertig ist. Ein work in progress. Es ist ein raum- und zeit-überwindendes Langzeitprojekt, welches Menschen aus verschiedenen Kulturen symbolisch miteinander verbinden soll. Die Menschen in dem Land, oder in der Stadt, in der die Künstlerin Julia Riederer gerade daran weiterarbeitet, bestimmten die Veränderung des Kunstwerkes maßgeblich, da sie die Materialien dafür liefern. Das organisch anmutende Objekt steht für sich, es kann aber auch als Skulptur am Körper getragen werden und bildet hier die Schnittstelle zwischen Kunst, Kleidung, Körper und Kultur. In weiterer Folge wird es von mehreren Menschen getragen werden und als organische Masse das multikulturelle Leben darstellen in dem alles zusammenläuft.

Die BesucherInnen von „the fabric“ sind dazu eingeladen Stoffe, Schnüre, alte Kleidung oder andere Dinge, die sie nicht mehr benötigen, oder die sie gerne in dem Kunstwerk integriert sehen würden, mitzubringen und an dem dafür gekennzeichneten Ort zu hinterlegen, oder der Künstlerin persönlich auszuhändigen.

Die Künstlerin Julia Riederer arbeitet textil, skulptural, medial und performativ. Sie versteht ihre Kunst als eine Möglichkeit Gefühle, politische Ereignisse, gesellschaftliche Veränderungen und Unterschiede auf verschiedene Art und Weise, den Menschen näher zu bringen und Denkanstöße zu erzeugen. Auf diesem Weg tauscht sie sich gerne mit Menschen  unterschiedlicher Länder aus und arbeitet auch gerne in Gruppen. Viele ihrer Projekte verändern sich laufend, da sie sich selbst weiterentwickelt und auch die  Lebenswelt einem ständigen Wandel unterzogen ist. Sie lebt und arbeitet in Wien.