Symposium vom 16.-17. Juni 2012

Zum Auftakt lässt ein zweitägiges Symposium in die Ausstellungsthematik eintauchen. Expert_Innen aus den Bereichen Mode, Styles und visuelle Kulturen laden bei Performance-Lectures, Diskussionsforen, Stadterkundungen und Workshops zum künstlerischen Austausch ein.

Samstag, 16. Juni 2012 Symposium – Erster Tag

14 – 14.45 Uhr: Johanna Gundula Eder
(Institut für Kunstpädagogik/ Department Kunstwissenschaften der LMU/ München) führt in künstlerisch subversive Strategien zur Unterwanderung des öffentlichen Raums ein.

15 – 15.45 Uhr Lecture-Performance:
Prof. Dr. Elke Gaugele
(Moden und Styles, Akademie der Bildenden Künste/ Wien) führt in ihrer Lecture-Performance in die Geschichte und Theorie des Diebstahls von Moden und Bekleidung ein. Dazu betreibt sie u.a. eine Service-Station und steht für individuelle Sprechstunden bereit.

16 – 16.45 Uhr „Ich ist eine Strickmaschine“
Prof. Dr. Verena Kuni
(Visuelle Kultur, Goethe-Universität/ Frankfurt a. Main) schafft eine Laborsituation und gibt in ihrem Beitrag „Ich ist eine Strickmaschine“ Einblick in Probleme und Potentiale der Mechanisierung und Automatisierung von Handarbeit. Anschliessend empfiehlt sie händisches Häkeln als ergaenzends Programm zu gehackten Strickmaschinen. Dabei bietet sie zusammen mit Klaus Erich Dietl und Stephanie Müller mobile THREAD THERAPY. In umgenähten, einst sterilen OP-Kitteln kümmert sich das Trio liebevoll um mitgebrachte Mängel und Probleme.

17 – 17.45 Uhr Performance „THREAD THERAPY“:
Stephanie Müller
transformiert in Echtzeit die ihr anvertrauten Schwachstellen gleichermaßen sensibel wie sarkastisch in textile Unikate. Dabei entstehen Jammerlappen To Go und Krankheiten im Kuscheltierformat. Klaus Erich Dietl bemüht sich währenddessen auf präparierten Heilmittelver-ordnungen Texte aus Diagnostik und Kunst zu collagieren und mit seinem Aquarellkasten ein entsprechendes Rezept zu fälschen. Und Verena Kuni zeigt, wie sich mit Freestyle-Häkeln lustvoll lose Enden zu attraktiven Komplexen knüpfen lassen.

18 – 18.45 Uhr Service-Station „Plastic Surgery Ambulance (PSA)“:
Eine Station weiter richten Corinna Mattner und Suse Richter von frfr-international (Zürich) eigens für THE FABRIC eine „Plastic Surgery Ambulance (PSA)“ ein. Angeboten werden „Beauty and Anti-Beauty Services“. Die Dienstleistungspalette beinhaltet die Applikation handgenähter Buckel, Hörner oder Narben als Körperaccessoires.

Begleitend zum Aktionsnachmittag: „Textile Status Kennzeichnungen“:
Angelehnt an soziale Online-Netzwerke wie facebook untersuchen Julia Riederer und Susanne Steinmaßl die Tragbarkeit von Status-Meldungen in der direkten Begegnung. Aus den Angaben der Besucher_Innen zu deren Berufstätigkeit, Religionszugehörigkeit, Geschlecht und Stimmung erarbeiten die beiden Künstlerinnen eine „Textile Status Kennzeichnung“, die , an der Kleidung getragen, sofort für jeden ersichtlich ist.

20 bis 21.30 Uhr Diskussionsforum „Kreative Selbstbestimmung vs. Selbstausbeutung“:
Expert_Innen und Künstler_Innen dieskutieren gemeinsam mit den Besucher_Innen über das Spannungsfeld zwischen Selbstbestimmung und Selbstausbeutung, das mit kreativer Arbeit und Do-It-Yourself-Aktivismus einhergeht.

Sonntag, 17. Juni 2012 Symposium – Zweiter Tag

ab 12 Uhr:
Unerhört leise Noise-Musik für Spätaufsteher: Das Institut für Leistungsabfall rohprokk erleichtert den Start in den Tag.

13 Uhr: Performative Installation „no longer – not yet“:
Julia Riederer die Gäste ein, an ihrem Kleiderobjekt „no longer-not yet“ teilzuhaben. Mitgebrachte Kordeln, Schnüre und haarfeine Fäden vernäht sie minutiös zum edel anmutenden Gewebe . Schritt für Schritt wächst so ihr Kleiderobjekt, das Arbeitsprozesse, die den Konsument_Innen allzu oft verborgen bleiben, wie unter einem Vergrößerungsglas zum Vorschein bringt. Schnüre aller Art können über den gesamten Ausstellungszeitraum im MaximiliansForum für die Künstlerin hinterlegt werden.
14 Uhr: Antifolk-Konzert:
Ein Antifolk-Konzert mit dem Experimental-Duo beißpony (München/ Oxford), Unicorn In A Trash (München/ Brüssel) und dem Singer-Songwriter Max Amling (München) lässt das Symposium ausklingen.

In Konzert-Echtzeit schalten Racheli v. Hofacker (Wien/Landshut), Veronika Maurer (München) und Andrea Wagner (München) zwei Strickpullis stereo. In ihrer Performance „beziehungziehtfadenziehtbeziehung“ bedingen Reparaturarbeiten auf der einen Seite die Auflösung des anderen Pullovers.